Tana French: Der Dunkle Garten – Was ist los mit Tana French?

Mal ganz klar: Tana French war ganz entschieden auf dem Weg, eine der ganz ganz Großen zu sein. GRABES GRÜN, TOTENGLEICH – das waren echte Meilensteine. Selbiges galt sicherlich auch für das Handover zwischen den Büchern: Die Figuren, die von Buch eins der Serie an Buch 2 übergeben, andere, die an die dritte Geschichte übergleitet haben. Verknüpfte Geschichte, die stets einen intensiven Blick auf die Gesellschaft mit einer authentischen, spannenden Geschichte verwoben und etwas über das Land und die Zeit erklärten – das war groß.

Dann wurden die Verhöre etwas länger, die Geschichten etwas linearer… Und jetzt kommt DER DUNKLE GARTEN.

Das Setting

Toby Hennessy, ein Endzwanziger aus Dublin, wird zwei Mal aus seinem Leben gerissen: Einmal durch einen Überfall auf sein Haus, dessen körperliche Folgen an ihm haften bleiben und ihn begleiten, dann durch die Krankheit eines Familienmitgliedes, wegen der er sich genötigt sieht, in das Haus überzusiedeln, in dem er wichtige unbeschwerte Kindertage verbracht hat.

Bis diese Geschichte erzählt ist, ist schon ein rundes Drittel des Buches rum und man fragt sich, wann wohl endlich die eigentliche Geschichte beginnt und ob es da nicht ein echtes Handover geben müsste. Aber Tana French dreht uns die lange Nase und schreibt keine klassische Kriminalgeschichte, mit der wohl der größte Teil der Leser gerechnet haben dürfte.

Zurecht möchte man sagen. Aber so viel sei gespoilert: Nein, die klassische Krimigeschichte kriegst Du hier nicht. Die Geschichte zieht sich wie ein Agatha Christie auf halber Geschwindigkeit.

Sprache und Spannung

Die Sprache ist Tana Frech: Solide, verlässlich, literarisch, wenn man so will – für dieses Genre immer eine verlässliche Playerin. Was die Spannung angeht: Hey, hier brauchst Du mal wirklich gute Nerven.

Die Geschichte startet im Grunde fetzig, führt einen Hauptcharakter ein, mit dem man etwas anfangen an, der Ecken und Kanten hat. Bald kommt der Kriminalfall, dann kommt… Äh… Ewiges Herumsitzen auf Terrassen bei Familienfesten, endlose Schilderungen auf einer zweiten Ebene… Hier ist wirklich im Bau der Story etwas grundlegendes schief gegangen. Wir sind nicht begeistert.

Gerettet wird die Geschichte maximal von den Figuren und der Sprache – aber auch die reichen nicht über ein gewohnt dickes Werk.

Fazit

Für uns bislang leider das schwächste Buch von Tana French – und das mit Abstand. Die Autorin hat ganz große Werke der Kriminalliteratur geschaffen – insofern sei ihr ein Ausrutscher verziehen.
Schulnote: Ausreichend

 



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