Moa Graven: Verliebt … Verlobt … Verdächtig … – Verschusselt?

Moa Graven ist radikale Vielschreibein und heute eine der ernsthaft erfolgreichen deutschen und deutschsprachigen Autorinnen ihrer Genres. Zurecht?

Das Setting

Eva Sturm ermittelt auf Langeoog – und das natürlich, wie so oft – nicht ganz freiwillig. Sie ist versetzt worden und hat zuvor in Braunschweig gearbeitet. Sie ist eine eckige und kantige Frau – im übertragenen wie im echten Sinne. Das macht sie zunächst einmal sympathisch – hier finden wir also kein Püppchen, das nur Kostüme und schlaue Sprüche spazieren führt, sondern eine Frau mit Erfahrung. In den späteren Krimis der Reihe kommt das oft glaubhaft zum Ausdruck – im Ersten Band der mittlerweile 18-teiligen Reihe ist das noch entwicklungsfähig.

Das gilt auch für den fall. Die Ermittlung, die hier stattfindet, basierend auf einem zufälligen Fund eines Schmuckstücks – die würde so in der Realität nie vorkommen. Das ist nett hergeleitet – aber glaubhaft ist es nicht.

Sprache und Spannung

Der Fall tröpfelt ein wenig vor sich hin, meandert hier und da etwas zu zäh. Das Ermittler-Team, von dem der eine kein Ermittler ist, hat etwas missmarpeliges in sich wohnen – im Schlechten wie allerdings auch im Guten. Das verhilft zu charmanten Dialogen und liest sich leicht. Wenn auch seicht. Dieser Teil hat uns gefallen.

Schwierig sind die unnötigen Rückblenden in einem vollkommen anderen Stil. Hier führt uns die Autorin durch eine grausige Beziehung, die Klischeehaft, in Teilen schwer nachvollziehbar ist und mikroskopisch wahrgenommen und Analysiert und seziert wird. Das ist anstrengend. Und unnötig – man hätte die Geschichte leicht in angenähert parallelen Strängen erzählen können. So hingegen ist man aufgrund der großen Abweichung zum restlichen Erzählstil geneigt, bei dem einen Part gerne mal ein paar Seiten zu überspringen. Das ist langatmig, zäh und grau. Und Klischee-beladen. Und vor allem: Der Unterschied zwischen Strang a und Strang b ist wirklich brutal groß.

Fazit

Alles in allem geben wir dem smarten Part eine Zwei, dem grauen Part eher eine Vier – und das ist vielleicht noch freundlich, wenn man die beiden noch miteinander vergleicht. Spätere Bücher sind besser – in Summe: trotzdem Befriedigend für uns.

Krimis

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