Magnus Haensler: Ein Schuss Schuld – Komplexe Spannung in hohem Tempo

Nach 7 Jahren Krimi-Detox hat Magnus Haensler im Frühjahr mit Totenwelle einen Krimi vorgelegt, der komplex, spannend und rasant erzählt war – gepaart mit viel Liebe für die Figuren. Einmal mit Liebe für die Figuren des eigentlichen Krimis, aber eben auch für die Figuren, die die Serie um die ESFIE, die im Mittelpunkt der Handlungen steht, bilden.

Der zweite Teil der Serie setzt genau dort wieder an – und er legt noch einen drauf.

Das Setting

Das internationale Ermittler-Team verschlägt es diesmal nach Schottland – in den (erneut fiktiven) Ort Port Wallrye im Glen Fray, dessen Name nicht ganz zufällig an tote Rockmusiker erinnern mag. Jenseits dessen kommt es zu Komplikationen: Das Polizei-Team vor Ort lehnt die Hilfe des Teams ab, der Chef mauert – und es gibt einen alten Fall, der eine Verbindung zum aktuellen Fall zu haben scheint.

Es entspinnt sich eine Hightech-Ermittlung auf der einen Seite und eine komplexe Taktik der Ermittlungen auf der anderen. Tiefe psychologische Einblicke lassen den Leser hinter die Kulissen blicken – es entsteht ein komplexes Geflecht an Beziehungen, Ermittlungen und Todesfällen – und das wird rasant erzählt.

Sprache und Spannung

Die Erzählung reist mit, wechselt die Perspektiven immer wieder, ohne, dass dadurch Brüche entstehen würden – im Gegenteil. Die Blickwinkel der einzelnen Figuren ergänzen sich, formen ein rundes Bild, zeigen Ängste, Geheimnisse, Verborgenes – und dadurch entstehen immer wieder unerwartete Spannungsbögen und Wendungen, mit denen man nicht rechnen kann.

Alles in allem hatte uns bereits der erste Part der Reihe rund um Aaron Niederkircher bereits beeindruckt – was Magnus Haensler mit dem zweiten Teil abliefert, legt hier noch einmal einen drauf. Dass die Figuren und das Team sich dabei substanziell weiterentwickeln und vor allem auch die Tiefe und Breite wächst, ist ein Nebeneffekt, der Lust auf Mehr macht.

Fazit

Ein Schuss Schuld erfüllt höchste Ansprüche an einen spannenden und rasanten Krimi, der sich hervorragend liest und den man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Komplex, spannend, sehr lebendige Figuren. Schulnote: Sehr gut.

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